Archive for Oktober, 2009

weihnachtsgans (pixelio)Der Gänsebraten ist eines der beliebtesten saisonalen Gerichte in Deutschland. Dabei stammt der überwiegende Teil der Gänse gar nicht aus Deutschland selbst, sondern meist aus Polen oder Ungarn. Zusammengepfercht in riesigen Masthallen werden die Tiere innerhalb von nur zehn Wochen schlachtreif gefüttert. Eine schmerzhafte Tortur, die sie nur mit Hilfe von Antibiotika überstehen, die ihnen unter das Futter gemischt werden.

Hinzu kommt, dass in den EU-Mitgliedsstaaten Polen und Ungarn der sogenannte „Lebendrupf” immer noch Standard ist. Hierbei werden den Gänsen die Federn von Hals, Rücken und Brust bei lebendigem Leib herausgerissen, wobei sie schwer verletzt werden. Die entstehenden Wunden werden sofort unbetäubt (!) genäht.

Wir appellieren daher an alle Bürgerinnen und Bürger, auf die Aufschrift „Freilandhaltung” zu achten und sich bei einem Restaurantbesuch nach der Herkunft des Gänsefleisches zu erkundigen!

Nach Aussagen der Stiftung „Vier Pfoten” wird die Einzelhandelskette Kaufland in diesem Jahr nur Gänsefleisch von Tieren auf den Markt bringen, die garantiert nicht aus Lebendrupf stammen. Weitere Informationen über die Methoden der Daunenindustrie können Sie hier nachlesen –> Daunengewinnung

Übrigens bietet die vegetarische Küche vielfältige und leckere Alternativen zum traditionellen Gänsebraten!

Bedauerlicherweise musste der Stammtisch am kommenden Mittwoch abgesagt werden.

Gans (pixelio)Nachfolgend haben wir  die  verschiedenen Methoden der  Industrie zur Gewinnung von Daunen aufgelistet.

Totrupf
Die Daunen und Federn werden von dem geschlachteten Tier entfernt. Hierzu wird das bereits tote Tier in ein Wachsbad gelassen. Mit dem Wachs werden dann alle Federn ausgerissen. Da das Tier bereits tot ist, kommt es durch das Rupfen zu keinem weiteren Leiden.

Lebendrupf ist in den Hauptproduktionsländern Polen und Ungarn (beides EU-Mitgliedsstaaten!) Standard. Die Gänse werden bis zu viermal in ihrem kurzen Leben per Hand gerupft. Im Akkord werden innerhalb von fünf Stunden ca. 3000 Tiere gerupft. Den Tieren werden Beine und Flügel zusammengebunden. Anschließend werden ihnen bei lebendigem Leib die Federn von Hals, Rücken und Brust herausgerissen und die Tiere dabei schwer verletzt. Die Wunden werden ohne Betäubung notdürftig genäht.

Maschinenrupf ist die „personal sparende Variante” des Lebendrupfes. Nach Erkenntnissen der Organisation „Vier Pfoten” wird dieser in Deutschland und Frankreich praktiziert. Hierbei wird eine Gans an eine schnell rotierende Metallscheibe gehalten, wobei die Federn aus der Haut gerissen werden. Normalerweise wird diese Methode zum Rupfen toter Tiere verwendet. Der Rupf bei lebenden Tieren, inklusive dem Maschinenrupf, ist in Deutschland verboten (vier-pfoten.de).

Mauserrupf
Lebende Gänse liefern ebenfalls Daunen und zwar während der Mauser, bei der sie ihr Federkleid erneuern. In dieser Zeit werden die reifen Federn der Gänse einfach mit der Hand abgestreift. Das belastet die Tiere nicht und fügt ihnen auch keine Schmerzen zu. Diese Methode wird jedoch kaum praktiziert, da sie recht teuer ist. Aussagen von Verkäufern oder Herstellern wie „Die abgefallenen Daunen werden eingesammelt” oder „die Federn werden während der Mauser abgestrichen” sind daher sehr kritisch zu betrachten.

Quellen:
vier-pfoten.de
tierschutznews.ch

Tierschutz in der Familie

katze1Obwohl offiziell kein Bereitschaftsdienst angeboten wird, erhalten wir immer wieder Anrufe von Bürgern, die bspw. einen Fundhund/Fundkatze melden wollen oder ein verletztes Tier gefunden haben. Auch gibt es viele Tiere, die durch Scheidung oder Erkrankung des Besitzers einen neuen Menschen für sich suchen.
Um die Zeit zwischen Aufnahme und Vermittlung eines Tieres zu überbrücken, suchen wir tierliebe und einfühlsame Menschen, die einem solchen Tier eine zeitlich begrenzte Pflegestelle bieten möchten.

Aufgabe als Pflegeeltern ist es, das Tier als vorübergehendes Familienmitglied aufzunehmen und seiner Art entsprechend zu versorgen, d. h. Gassi gehen (bei Hunden), kämmen/bürsten und natürlich den Tieren das geben, was sie zuvor häufig entbehren mussten: Liebe und Vertrauen in den Menschen! Die Versorgungskosten (Futter, Tierarzt, etc.) für das Pflegetier werden vom Verein erstattet.

Bei der Entscheidung, Pflegestelle zu werden, steht natürlich in erster Linie die Liebe zum Tier im Vordergrund. Aber auch andere Gründe können bei der Entscheidungsfindung helfen: Unter Umständen sind Sie noch jung/ oder schon älter und können aktuell nicht (mehr) die Verantwortung für ein ganzes Tierleben übernehmen. Dann bietet Ihnen das Konzept ‘Pflegestelle’ die Möglichkeit, ein Tier zu versorgen, ohne sogleich für 10-15 Jahre daran gebunden zu sein. Vielleicht wissen Sie auch noch nicht, ob ein Hund oder eine Katze wirklich zu Ihnen passt. Dann ist Pflegestelle sein, die ideale Gelegenheit das auszuprobieren, ohne dass Sie nachher ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn Sie feststellen, dass ein Hund doch mehr Zeit beansprucht, als Sie erübrigen können. Oder Sie haben einfach Freude daran, ein Tier, das in seinem alten Zuhause nicht mehr gewollt ist, aufzubauen und ihm zunächst die Liebe zu geben, die ihm gefehlt hat. Sie ersparen dem Tier den zwischenzeitlichen Aufenthalt in einem meist überfüllten Tierheim und steigern seine Vermittlungschancen. Denn mit Ihrer Beobachtung der Stärken und Schwächen des Tieres helfen Sie mit, ein passendes Zuhause zu finden. Während der Pflegezeit steht Ihnen unser Vorstand sowie die aktiven Vereinsmitglieder natürlich jederzeit beratend und unterstützend zur Seite.

Bei Interesse freuen wir uns über Ihren Anruf unter 02683/607008 oder über Ihre E-Mail an info@tierschutzverein-rhein-wied.de. Gerne können Sie auch unseren monatlichen Stammtisch besuchen. Dieser findet wieder am 28. Oktober 2009 um 20 Uhr in der Gaststätte „Zur Post” in Sankt Katharinen statt.